Governance, Mittelstand

KI-MIG: Eine Behörde, die nicht nur kontrolliert, sondern auch berät

Am Montag hat der Bundestag-Digitalausschuss die öffentliche Anhörung zum KI-MIG abgehalten, dem Gesetzentwurf, der den EU AI Act in Deutschland vollzieht. In den Kommentaren danach ging es vor allem um neue Pflichten und mehr Bürokratie, und Sachverständige warnten vor einem Flickenteppich mit einer Vielzahl beteiligter Behörden.

Der übersehene Einstiegspunkt

Dabei wurde ein entscheidender Punkt kaum beachtet: Die Bundesnetzagentur, die im KI-MIG-Entwurf als zentrale Marktüberwachungsbehörde benannt ist, betreibt bereits einen kostenlosen KI-Service-Desk, der sich ausdrücklich an KMU und Start-ups richtet. Ergänzt wird er durch einen KI-Compliance-Kompass, mit dem Unternehmen eigenständig prüfen können, ob und wie der AI Act für sie relevant ist.

Dieser Einstiegspunkt ist bisher wenig bekannt, obwohl er der erste sinnvolle Schritt wäre, bevor man externe Unterstützung einschaltet oder sich in Behördenzuständigkeiten verliert.

Orientierung vor Aktion

Wer sich fragt, ob seine KI-Anwendungen unter den AI Act fallen, sollte dort anfangen. Der Service-Desk gibt Orientierung, der Compliance-Kompass liefert eine erste Selbsteinschätzung — beides kostenlos und öffentlich zugänglich.

Das Tool ersetzt allerdings nicht den eigenen Kontext: Welche KI-Systeme ein Unternehmen tatsächlich einsetzt, welche Rolle sie in Entscheidungsprozessen spielen und was das konkret für Dokumentation, Verantwortlichkeiten und Prozesse bedeutet, bleibt eine interne Aufgabe, die Einordnung braucht und nicht nur Selbstauskunft.

Wie gehen Sie aktuell vor, wenn Sie wissen wollen, ob Ihre KI-Anwendungen unter den AI Act fallen?